Brennpunkt Praxisgebühr

Ein Thema, das Deutschland schon das ganze Jahr über beschäftigt hat: die Praxisgebühr. Viel gestritten wurde hier auch innerhalb der einzelnen Parteien über die Sinnhaftigkeit dieser Abgabe der Patienten. Und jetzt ist es soweit, sie wird abgeschafft.

Sicher ist, die Praxisgebühr hat die Steuerungsfunktion – nämlich die Reduzierung unnötiger Arztbesuche  – nicht erfüllt. Sicher ist auch, dass die Praxisgebühr mehr als 2 Mrd. Euro Zusatzeinnahmen für die Krankenkassen bedeutet.  Geld, das den Versicherten gehört, aber auf der anderen Seite auch für deren Gesundheitsleistungen wieder ausgegeben wird. 

Durch viele Maßnahmen, zu denen übrigens auch die pharmazeutische Industrie mit dem Zwangsrabatt und dem Preisstopp auf Arzneimittel einen erheblichen Teil beigetragen hat, durch eine gute Konjunktur und die damit verbundene Zunahme sozialversicherungspflichtiger Arbeitsverhältnisse, konnte die Finanzierung des Gesundheitssystems vorrübergehend auf solidere Beine gestellt werden.  

Aber der Patient ist noch lange nicht gesund!

Eine saubere inhaltliche Umsetzung der bereits  in Kraft getretenen Gesetze – wie z.B. das Versorgungsstrukturgesetz – sollte zuerst einmal Vorrang haben.

Übrigens, was passiert, wenn in einem oder in zwei Jahren die Kassen wieder ein Minus einfahren? Wie sollen die Maßnahmen, die ja teilweise bis 31.08.2013 befristet sind, aufgefangen werden?  Und wie soll man den Menschen dann erklären, dass sie doch wieder mehr zur Wiederherstellung  und vor allen Dingen zum Erhalt ihrer Gesundheit beitragen müssen?

Eine gesunde Woche wünscht Ihnen,
Ihre

Kerstin Tschuck

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